Kirche und der Friedhof in Nieblum auf Föhr
Kirche und Friedhof in Nieblum auf der Insel Föhr

St. Johannis Kirche auf Föhr

Evangelisch-lutherische Pfarrkirche in Nieblum auf Föhr

Baugeschichte
Die Kirche St. Johannis ist vor den beiden anderen mittelalterlichen Kirchen auf Föhr, der Kirche St. Nicolai auf Föhr in Boldixum, Ortsteil von Wyk auf Föhr und der Kirche St. Laurentii in Süderende, der älteste und größte Kirchenbau der Insel Föhr. Er wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts nach Christus erbaut, vermutlich auf dem Gelände einer früheren Kirche.
 
Das Langhaus und das südliche Querschiff wurden im Stil der Romanik mit einer Flachdecke gebaut. Der nördliche Teil des Querschiffs wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bereits in gotischer Form gebaut, was zur Folge hatte, dass das südliche Querhaus – der Symmetrie wegen – gotisch umgestaltet wurde. Das Langhaus wurde hingegen nicht mehr umgestaltet, die Bauherren begnügten sich damit, die Wand um ein Drittel zu erhöhen. Die Flachdecke ist bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.
 
Geschichte
Die älteste Kirche der Insel Föhr soll ebenso wie die Kirchen in Keitum, auf Pellworm und in Tating im 11. Jahrhundert von einem Baumeister entworfen worden sein, jedoch liegt zwischen den ersten Überlieferungen und tatsächlichen urkundlichen Belegen ein Zeitraum von etwa 200 Jahren. Die St. Johannis Kirche wird erstmals im Jahre 1100 genannt.
 
Von 1435 bis 1721 war die Insel Föhr politisch geteilt: Der Westteil der Insel unterstand dem dänischen König, der Ostteil den Herzögen von Schleswig-Gottorf. Die St. Johannis in Nienlum gehörte wie die Kirche St. Nicolai in Boldixum zum Ostteil der Insel Föhr, während die St. Laurentii kirche das geistliche Zentrum des Westteils der Insel bildete.
Die Grenze lief durch den Westteil von Nieblum hindurch, was zur Folge hatte, dass die eigentlich zum Nieblumer Kirchspiel St. Johannis gehörenden Orte Witsum, Goting und Borgsum zu Westerland-Föhr gezählt wurden. Ungeachtet dieser Trennung wurde die Reformation lutherischen Bekenntnisses aber in beiden Teilen der Insel eingeführt.